Sicherheitsziele mit OKRs verknüpfen.

Warum Objectives und Key Results auch für Security der richtige Steuerungsrahmen sind

Sicherheit gilt in vielen Unternehmen als notwendige Pflicht. Sie wird umgesetzt, dokumentiert und geprüft, doch selten strategisch gesteuert. Während Bereiche wie Marketing, Vertrieb oder Produktentwicklung längst mit klaren Zielen und messbaren Ergebnissen arbeiten, bleibt Sicherheit oft im Reaktiven. Maßnahmen werden ergriffen, wenn Anforderungen entstehen oder Vorfälle auftreten. Was fehlt, ist eine klare Zielorientierung. Genau hier setzen OKRs an. Sie bieten einen Rahmen, um Sicherheit aus der operativen Ecke zu holen und als strategischen Faktor zu etablieren.

Objectives and Key Results wurden entwickelt, um Fokus zu schaffen. Sie helfen Organisationen, sich auf wenige, relevante Ziele zu konzentrieren und Fortschritt messbar zu machen. Dieser Ansatz passt erstaunlich gut zur Security. Denn Sicherheit leidet nicht an fehlenden Maßnahmen, sondern an fehlender Priorisierung. Unternehmen tun oft vieles gleichzeitig, ohne zu wissen, ob es Wirkung entfaltet. OKRs schaffen Klarheit darüber, was wirklich erreicht werden soll.

Ein zentrales Missverständnis besteht darin, Sicherheit ausschließlich über Kennzahlen zu messen. Anzahl von Vorfällen, Patchstände oder Audit Ergebnisse liefern Informationen, aber sie sagen wenig über strategische Reife aus. OKRs unterscheiden bewusst zwischen Ziel und Messgröße. Das Objective beschreibt den gewünschten Zustand. Die Key Results zeigen, ob man sich diesem Zustand nähert. Diese Trennung ist für Security besonders wertvoll.

Ein Sicherheits Objective beschreibt nicht eine Aktivität, sondern eine Wirkung. Es geht nicht darum, ein Tool einzuführen oder eine Richtlinie zu schreiben. Es geht darum, ein Risiko zu reduzieren, Vertrauen zu erhöhen oder Stabilität zu schaffen. Dieser Perspektivwechsel verändert die Diskussion. Sicherheit wird nicht mehr als Aufwand wahrgenommen, sondern als Beitrag zum Unternehmenserfolg.

Key Results machen Fortschritt sichtbar. Sie sind konkret, überprüfbar und zeitlich begrenzt. In der Security bedeutet das nicht, möglichst viele Maßnahmen umzusetzen, sondern gezielt Wirkung zu erzielen. Ein gutes Key Result misst nicht den Input, sondern den Effekt. Nicht wie viele Schulungen durchgeführt wurden, sondern ob Verhalten sich verändert hat. Nicht wie viele Systeme überwacht werden, sondern ob kritische Vorfälle früher erkannt werden.

Ein großer Vorteil von OKRs liegt in ihrer Transparenz. Sicherheitsziele werden sichtbar für Führungskräfte und Teams. Sie sind nicht mehr nur Thema der IT oder des Informationssicherheitsbeauftragten. Sicherheit wird Teil der Gesamtstrategie. Diese Sichtbarkeit verändert die Wahrnehmung. Sicherheit wird diskutierbar, erklärbar und steuerbar.

Viele Organisationen scheuen sich davor, Sicherheit messbar zu machen. Sie fürchten Vereinfachung oder falsche Anreize. Diese Sorge ist berechtigt, wenn falsche Kennzahlen gewählt werden. OKRs helfen genau hier, weil sie nicht auf Perfektion abzielen. Sie sind ambitioniert, aber nicht absolut. Sie fördern Lernen statt Kontrolle. Gerade in der Security ist das entscheidend. Risiken lassen sich nicht vollständig eliminieren. Sie lassen sich nur bewusst steuern.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verknüpfung mit Unternehmenszielen. Sicherheit existiert nicht isoliert. Sie unterstützt Verfügbarkeit, Qualität, Vertrauen und Wachstum. OKRs ermöglichen es, Sicherheitsziele direkt mit strategischen Zielen zu verbinden. Wenn ein Unternehmen international expandiert, verändern sich Risiken. Wenn neue digitale Produkte entstehen, wächst die Angriffsfläche. Sicherheits OKRs können diese Veränderungen begleiten und absichern.

OKRs helfen auch, Prioritäten zu setzen. Nicht alles ist gleichzeitig wichtig. Sicherheitsabteilungen stehen oft unter dem Druck, alles absichern zu müssen. Das führt zu Überlastung und Aktionismus. Ein klar definiertes Objective zwingt zur Auswahl. Was trägt wirklich zum Ziel bei. Was kann warten. Diese Klarheit entlastet Teams und erhöht die Wirksamkeit.

Ein häufiger Fehler besteht darin, OKRs als reines Reporting Instrument zu nutzen. Sie entfalten ihre Wirkung erst, wenn sie regelmäßig reflektiert werden. Der OKR Zyklus lebt von Überprüfung und Anpassung. In der Security ist das besonders wichtig, da sich Bedrohungen und Rahmenbedingungen schnell ändern. OKRs bieten einen strukturierten Rahmen für diese Reflexion.

Auch kulturell haben OKRs eine Wirkung. Sie fördern Eigenverantwortung. Teams wissen, wofür sie arbeiten. Sie verstehen den Zweck hinter Maßnahmen. Das erhöht Motivation und Akzeptanz. Sicherheit wird nicht mehr als Fremdvorgabe erlebt, sondern als gemeinsames Ziel.

Ein weiterer Vorteil ist die Vergleichbarkeit über Zeit. Sicherheitsreife lässt sich nicht in einem Moment erfassen. Sie entwickelt sich. OKRs machen diese Entwicklung sichtbar. Fortschritte werden erkennbar. Rückschritte ebenso. Diese Transparenz ermöglicht bessere Entscheidungen.

Natürlich ersetzen OKRs keine fachliche Security Arbeit. Sie sind kein Framework für technische Umsetzung. Sie sind ein Steuerungsinstrument. Ihre Stärke liegt darin, Richtung zu geben. Sie helfen, aus vielen möglichen Maßnahmen die richtigen auszuwählen und ihre Wirkung zu überprüfen.

Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Kommunikation. Sicherheitsziele sind oft abstrakt. OKRs zwingen zur Klarheit. Ein gutes Objective ist verständlich, auch für Nicht Experten. Das erleichtert Kommunikation mit Management und Fachbereichen. Sicherheit wird anschlussfähig.

Am Ende zeigt sich, dass OKRs kein Fremdkörper in der Security sind. Im Gegenteil. Sie passen hervorragend zu einer risikobasierten, strategischen Sicherheitsarbeit. Sie machen sichtbar, was erreicht werden soll. Sie helfen, Fortschritt zu messen, ohne Sicherheit auf Zahlen zu reduzieren. Und sie verankern Sicherheit dort, wo sie hingehört. In der Unternehmensstrategie.

Sicherheit wird nicht besser, weil man mehr tut. Sie wird besser, wenn man das Richtige tut. OKRs helfen, genau das zu erkennen.

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